Reiselust und Sehnsucht

Reiselust und Sehnsucht

Das Herz schlägt schneller an der Grenze, als ich auf den Brenner fahre. Das Wetter wechselt und auch das Licht. Die gesamte Stimmung hellt sich auf. Südtirols Berge, der Gardasee und dann endlich in der Maremma. Magische Sehnsuchtsorte. Die Sonne und Wärme, die Bagni mit den vielen Liegen und Sonnenschirmen, dicht an dicht liegen die Familien. Abendessen um 21.30 Uhr. Und dann, nach dem Espresso, der leichte Gang, mehr ein Flanieren durch den Ort und auf der Piazza. 28 Grad um 23.30 Uhr, niemand möchte schlafen gehen. Beim Stadtfest, in der historischen Altstadt des Ortes, ist es ein sich-treiben-lassen und schauen, miteinander reden, lachen. Diese wunderbare Sprache lässt jedes Wort im Satz ausgiebig schwingen, es wird eher gesungen, als gesprochen. Und dann, klar punktiert im Satz, wird jedes Argument noch einmal betont. Kein Kind wird nicht beachtet. Jeder alte Mensch wird mit viel Respekt behandelt.

Ob unterwegs, mit dem Camper Van, oder direkt am Strand. Essen ist nicht fast-food, sondern langsamer Genuss. Und die Weine sind so wunderbar, selbst zu Hause passen diese Rotweine und die vielen guten Weißweine bei jedem Anlass. Hunde gehören zum Leben dazu und man kommt, beim Laufen durch die Stadt, schnell ins Gespräch. Primi piatti, secondi und dolci. Und dann der sehr gute Kaffee. Niemand kommt auf die Idee, dies anders zu machen oder abends lautstark den Cappuccino, als „Kaffespezialität“, vor dem Nachtisch, vom Kellner einzufordern.


Und immer wieder, auch in den aussichtslosesten Situationen kommen wir zum „arrangiarsi“. Die scheinbar unlösbaren, chaotischen, Momente werden sich ordnen, wir kommen miteinander zurecht. Das Bild vom schönen, nervösen, mit den Händen redenden, Gigolo, ist mir fremd. Ich erlebe ernsthafte Menschen, die mit mir intensiv über ihr Land, das Leben und die Zukunft diskutieren. Wunderbare Schriftsteller, wie Andrea Camilleri, lassen mit ihren Büchern tief in die gesellschaftlichen Verhältnisse, besonders im Süden Italiens, blicken.

In Rom läufst Du wie durch die Filmkulisse der Geschichte. Nachts spazieren gehen und dann tagsüber der Hitze entkommen, am Meer. Das Lebensprinzip des „far bella figura“ bleibt nach wie vor ein Muss.

Wir träumen weiter von der Sonne und der magische Anziehungskraft der Landschaft, dem einfachen und sehr unbeschwert wirkenden Leben in den Dörfern, den pulsierenden Städten, der Mittagspause und der späten Stunde, um 17.00 Uhr, am Strand. Das Auge wird beeindruckt von den sanften Hügellandschaften. Das milde Klima, mit den vielen Sonnenstunden, schafft viel positive Energie.

Und dann zur Überfahrt, mit der Fähre, auf die wunderbare Insel, die wie ein Diamant im Mittelmeer liegt. Laute Diskussionen zu den Ticketpreisen mit zehn Frauen und sechs Männern, die auch die Überfahrt machen wollen. Alles mit viel Lächeln und Humor, der Tag wird nach dem perfekten Mittagessen, mit wirklich frischem Fisch, ganz wunderbar sein.

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